Serverless Computing, oft auch als Function as a Service (FaaS) bezeichnet, ist ein Cloud-Ausführungsmodell, bei dem der Cloud-Anbieter dynamisch Ressourcen für die Ausführung von Code bereitstellt und verwaltet. Der Name „serverless“ ist dabei etwas irreführend, da Server natürlich weiterhin existieren. Der entscheidende Unterschied ist, dass sich Entwickler und Unternehmen nicht mehr um die Bereitstellung, Skalierung und Wartung der zugrunde liegenden Serverinfrastruktur kümmern müssen. Sie laden lediglich ihren Code hoch, und der Cloud-Anbieter kümmert sich um den Rest.
Wie Serverless Computing funktioniert
Im Serverless-Modell wird Code in kleinen, unabhängigen Funktionen geschrieben, die als Reaktion auf bestimmte Ereignisse (Events) ausgeführt werden. Solche Events können vielfältig sein:
- Eine HTTP-Anfrage (z.B. ein API-Aufruf)
- Eine Datenbankänderung
- Das Hochladen einer Datei in einen Speicher-Bucket
- Ein geplanter Zeitplan (Cron-Job)
- Eine Nachricht in einer Warteschlange
Wenn ein Event eintritt, wird die entsprechende Funktion automatisch vom Cloud-Anbieter gestartet, ausgeführt und die benötigten Ressourcen bereitgestellt. Nach der Ausführung wird die Funktion wieder heruntergefahren, und es fallen keine Kosten an, wenn der Code nicht läuft.
Vorteile für B2B-Unternehmen
Serverless Computing bietet eine Reihe von signifikanten Vorteilen für Unternehmen:
- Kostenoptimierung: Unternehmen zahlen nur für die tatsächlich genutzte Rechenzeit. Im Leerlauf entstehen keine Kosten, was zu erheblichen Einsparungen führen kann, insbesondere bei Workloads mit variabler Nachfrage.
- Automatische Skalierung: Die Infrastruktur skaliert automatisch und elastisch mit der Nachfrage. Unternehmen müssen sich keine Gedanken über Kapazitätsplanung oder Überlastung machen.
- Geringerer Betriebsaufwand: Die Verantwortung für Server-Management, Patching, Updates und Sicherheit liegt beim Cloud-Anbieter, wodurch sich Entwicklungsteams auf die Anwendungslogik konzentrieren können.
- Schnellere Markteinführung: Durch den Fokus auf Code und die Abstraktion der Infrastruktur können Anwendungen und Features schneller entwickelt und bereitgestellt werden.
- Erhöhte Entwicklerproduktivität: Entwickler können sich auf das Schreiben von Geschäftslogik konzentrieren, anstatt sich mit Infrastrukturproblemen zu befassen.
Anwendungsbereiche in B2B
Serverless Computing eignet sich hervorragend für eine Vielzahl von Anwendungsfällen:
- Web-APIs und Microservices: Bereitstellung von Backend-Diensten für Web- und Mobilanwendungen.
- Datenverarbeitung: Echtzeit-Verarbeitung von Datenströmen, ETL-Prozesse (Extract, Transform, Load).
- Chatbots und virtuelle Assistenten: Logik für interaktive Dienste.
- Automatisierung von Aufgaben: Geplante Aufgaben, Dateiverarbeitung, Benachrichtigungsdienste.
- Formularverarbeitung: Backend-Logik für Webformulare.
Serverless Computing ist ein wichtiger Bestandteil moderner Cloud-Architekturen und ermöglicht es Unternehmen, agiler und effizienter zu werden, indem sie sich auf das konzentrieren, was wirklich zählt: ihre Anwendungen und Geschäftslogik.
Dr. Jens Bölscher ist studierter Betriebswirt mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik. Er promovierte im Jahr 2000 zum Thema Electronic Commerce in der Versicherungswirtschaft und hat zahlreiche Bücher und Fachbeiträge veröffentlicht. Er war langjährig in verschiedenen Positionen tätig, zuletzt 14 Jahre als Geschäftsführer. Seine besonderen Interessen sind Innovationen im IT Bereich.
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